Montag, 17. August 2009

Weltwasserwoche 2009: Weltweite Wasserkrise verschärft sich


Klimawandel und Globalisierung: Wasservorkommen geraten zunehmend unter Druck. WWF: Auch Deutschland wird die Konsequenzen spüren.

Zum Start der Weltwasserwoche 2009 in Stockholm fordert die Umweltschutzorganisation WWF verstärkte, internationale Anstrengungen im Kampf gegen die weltweite Wasserkrise. "Die Auswirkungen des Klimawandels, die zunehmende Verbauung durch Infrastruktur für Wasserkraft, Schifffahrt und der steigende Bedarf an landwirtschaftlichen Gütern und Nahrungsmitteln, sind die größten Herausforderungen für eine nachhaltige und gerechte Wassernutzung", sagt Martin Geiger, Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland.

Aufgrund der menschenverursachten Erderwärmung schmelzen etwa die Gletscher im Himalaya rapide ab, was die Wasserversorgung von mehreren hundert Millionen Menschen in Bangladesh, China, Indien, Nepal und Pakistan bedroht.

Doch die Wasserkrise werde, so der WWF, vor Nationalstaatsgrenzen keinen Halt machen. Deshalb sei auch Deutschland direkt von den Auswirkungen betroffen. "In einer globalisierten Welt ist auch ein wasserreiches Land wie die Bundesrepublik in seinem Wasserbedarf nicht mehr unabhängig", warnt Martin Geiger. "Wenn beispielsweise die Himalaya-Gletscher verschwinden und in Indien das Wasser knapp wird, ist unsere Versorgung mit Baumwolle betroffen."

So kommt eine aktuelle WWF-Studie zu dem Ergebnis, dass die Bundesrepublik durch den Import von landwirtschaftlichen Güter jedes Jahr auf 2.181 Mrd. m³ Wasser aus indischen Ressourcen angewiesen ist. Neben Öl-Saat, Kaffee und Reis bezieht Deutschland einen bedeutenden Anteil seiner Baumwolle aus Indien, Pakistan und Bangladesh.

Angesichts der wachsenden, weltweiten Probleme sei es geradezu paradox, dass die UN-Konvention für ein nachhaltiges, verantwortungsvolles und vor allem grenzüberschreitendes Management von Trinkwas-servorkommen noch immer auf Eis liegt. "Die internationale Staatengemeinschaft hat es bisher nicht geschafft, dieses wichtige Abkommen zu ratifizieren und umzusetzen", kritisiert Martin Geiger.

Doch nur so könnten in Zukunft Konflikte um Wasserressourcen geschlichtet und gelöst werden. Die UN-Konvention dient als Rahmen für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Vorkommen, wie etwa Flüsse, Seen oder unterirdische Wasserreservoire, die sich im Hoheitsgebiet mehrerer Staaten befinden. "Gerade zur Welt-wasserwoche, die unter dem Motto des grenzüberschreitenden Wassermanagements steht, sollten sich noch mehr Länder zu dieser Konvention bekennen und sie anerkennen", fordert Martin Geiger.

Hintergrundinformationen unter www.wwf.de/weltwasserwoche


-apa, ots - Logo WWF

Montag, 6. April 2009

iPhone for biogas plants

In the future, biogas plant operators will be able to stay in full control of their plant while they're on the move anywhere in the world - by iPhone. Visitors to HANNOVER MESSE 2009 can find out from PlanET Biogastechnik GmbH exactly how this system works.

Thanks to its touchscreen, the iPhone puts control over numerous operations such as setting start times for feed stock, pumps and agitators at the tips of your fingers. Process information such as the temperature in the fermenter, operating hours and the volume of gas and electricity generated can also be accessed worldwide via a fast and secure DSL connection. If problems occur at the plant, the operator receives an error message on his iPhone. All actions, error messages and parameters can also be recorded to provide electronic documentation.

PlanET Biogastechnik GmbH
Girardetstr. 2-38
45131 Essen
Germany
Tel.: +49 201 - 244983-0
Fax: +49 201 - 244983-10
www.planet-biogas.com
Your contact at HANNOVER MESSE 2009:
Nina Busse
Hall 13, Stand C68, partner in: EnergieAgentur. NRW

A climbing robot that mimics a rat

They call him "RatNic" - and the name fits. This small robot, which will be on show at HANNOVER MESSE 2009 courtesy of the Friedrich Schiller University of Jena, climbs just like a rat.

With the aid of a camera and special sensors, "RatNic" can perform inspection tasks on vertical and inclined cables, pipes and wires. To develop the climbing movements necessary to complete these tasks, the machine's developers turned to mother nature - in the form of a rat! "RatNic" mimics the rat's climbing techniques, as a result of which it requires 70 percent less energy than conventional climbing robots. When working on its movement mechanism, the developers were also able to repeat this impressive saving in terms of the materials used. The robotic climbing rat is ideal for applications where monitoring tasks need to be automated, or where environmental conditions are hazardous for humans.

Friedrich Schiller Universität Jena
Biolog.-Pharmazeutische Fakultät
Institut für Spez. Zoologie und Evolutionsbiologie
Ebertstr. 1
07743 Jena
Germany
Tel.: +49 3641 - 9491-40
Fax: +49 3641 - 9491-42
www.uni-jena.de
Contact at HANNOVER MESSE 2009:
Prof. Martin S. Fischer
Hall 2, Stand C37, partner in: Forschung für die Zukunft

When bees become environmental detectives

In the future, bees won't just be busy supplying us with delicious honey - they'll also be acting as environmental detectives. Or at least they will be when they're working for the Center for Telematics, which is coming to HANNOVER MESSE 2009 to show exactly what this new role entails.

It may sound bee-musing, but the principle is sound: All the bees belonging to a single hive are fitted with minute RFID chips, which means that each individual bee can be identified. Equipped with their new state-of-the-art gadgetry, the bees can then begin collecting pollen from their surrounding environment. Once they return to their beehive, the pollen they bring back is analyzed. Any pollutants detected during analysis can then be traced back to a specific location - all thanks to the bees.

Zentrum für Telematik e. V.
Allesgrundweg 12
97218 Gerbrunn
Germany
Tel.: +49 931 - 3292954-10
Fax: +49 931 - 3292954-11
www.telematik-zentrum.de
Contact at HANNOVER MESSE 2009:
Prof. Klaus Schilling
Hall 2, Stand A54, partner in: Bayern Innovativ
Stand tel.: +49 511 - 89-651500

Dienstag, 3. Februar 2009

Imera kündigt 4,4 Milliarden Euro schweres europaweites Stromnetz-Projekt an

- Offshore-Stromnetz soll erneuerbare Energien verbinden und die Versorgungssicherheit und den grenzüberschreitenden Handel verbessern

Imera gab heute den Bau von Stromnetzen in der Nordsee und im Atlantik bekannt, die Schlüsselmärkte und Offshore-Windparks miteinander verbinden und somit als Basis eines europaweiten Offshore-Stromnetzes dienen sollen. Das EuropaGrid wird die Entwicklung eines echten einheitlichen Strommarktes ermöglichen und die Versorgungssicherheit deutlich verbessern.

Imera gab seine Pläne bekannt, nachdem die EU ein 5 Milliarden Euro schweres Anreizpaket ankündigte, das Pläne für einen verbesserten Stromverbund enthält.

Rory O'Neill, CEO von Imera, sagte zu der Ankündigung der EU: "Es gibt zwei Hauptfaktoren, die die Entwicklung eines Stromnetzes in der Nordsee antreiben - die vorrangige Forderung der EU nach einem verbesserten europaweiten Stromverbund und ihre Zielsetzung, bis zum Jahr 2020 20 % der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

Imeras EuropaGrid wird nicht nur zu einem verbesserten, grenzüberschreitenden Stromverbund in Europa beitragen, sondern auch den Ausbau erneuerbarer Energiequellen deutlich voran treiben."


Das EuropaGrid-Projekt von Imera wird aus zwei Netzen bestehen:
- EuropaGrid Nordsee - dieses verbindet Skandinavien, Westeuropa und GB..
Die erste Projektphase erfordert Investitionen in Höhe von 2,76 Milliarden Euro.

- EuropaGrid Atlantik - dieses wird GB, Irland, Frankreich und Spanien verbinden. Die erste Projektphase erfordert Investitionen in Höhe von 1,65 Milliarden Euro. Imera befindet sich bei diesem Projekt bereits in Der Entwicklungsphase, die ersten Kabel sollen 2010 in Betrieb genommen werden.


Die wichtigsten Vorteile des EuropaGrid-Projekts für die EU sind folgende:

- Ein einheitlicher Strommarkt sorgt für die Sicherheit der Energieversorgung, einen gesteigerten Wettbewerb und einenEffizienteren Stromhandel innerhalb der EU.

- Die Verbindung von Offshore-Windparks wird die Entwicklung erneuerbarer Technologien und Projekte voran treiben, die bestehende und innovative Übertragungstechniken nutzen.

- Es trägt dazu bei, die Schwierigkeiten bei der Netzanbindung zu bewältigen, mit denen viele Windstromerzeuger gegenwärtig zu kämpfen haben, und sorgt für eine Stabilisierung des Kraftflusses, der von diesen grossen Offshore-Windparks ausgeht.

- Als Energieerzeuger aus dem privaten Sektor kommt Imera selbst für Seine Entwicklungs-kosten auf, daher werden keine Kosten an den Steuerzahler oder die Stromnutzer weitergegeben.


Imera ist eine auf die Entwicklung unterseeischer Stromverbindungsleitungen und Übertra-gungsnetze spezialisierte Kapitalanlagegesellschaft, die kürzlich von der EU die Genehmigung zum Bau ihrer ersten Stromverbindungsleitungen zwischen Irland und GB erhalten hat. Gegenwärtig verfügt Imera über fünf Lizenzen und treibt aktiv die Entwicklung von Stromverbindungsleitungen zwischen Irland und GB, Frankreich und GB als auch Belgien und GB voran. Diese Projekte bilden die Grundlage von EuropaGrid.

"Da wir ein Privatunternehmen sind, können wir Stromnetze schneller und günstiger bauen als regulierte Unternehmen. Durch unseren Mutterkonzern, Oceanteam, haben wir auch Zugang zu der grössten Flotte an Kabelverlegeschiffen und profitieren von Fachkenntnissen im Bereich Schiffstechnik. Wir sind fest davon überzeugt, dass EuropaGrid die Zukunft der europäischen Stromversorgung darstellt und wir verfügen über die unternehmenseigene Erfahrung, das technische Wissen und die organisatorische Fähigkeit, dieses Projekt in die Tat umzusetzen."

Imera bringt gegenwärtig Investitionen in Höhe von 100 Mio. Euro auf, um die Entwicklung der ersten Phase des EuropaGrid-Projekts zu finanzieren.

Im Vergleich zu anderen Wettbewerbern muss Imera keine zeitlichen oder technologischen Hürden überwinden und kann Projekte innerhalb der Drei-Jahres-Frist fertig stellen, die im Rahmen des 5 Milliarden Euro schweren EU-Anreizpakets für Verbindungsleitungs-Projekte festgelegt wurde.

Das bedeutet, dass Europa von einem gemeinsamen Strommarkt profitieren und gleichzeitig die erneuerbare Energie von Offshore-Parks in allen EU-Staaten nutzen kann.

Für weitere Informationen über Imera, gehen Sie bitte auf: http://www.imerapower.com


-apa, ots-

Nur jeder zweite Deutsche sieht in Hybrid-Autos die Zukunft

Sicherlich sorgen die derzeitigen Spritpreise für keine öffentlichen Diskussionen, dennoch taucht umweltpolitisch immer häufiger die Frage nach einer Alternative zum gewöhnlichen Verbrennungsmotor auf. Und sobald die Ölpreise wieder rasant nach oben steigen, wird auch die Diskussion über Hybrid-Autos fortgesetzt werden.

autoplenum.de, die große unabhängige Informations- und Bewertungsplattform zum Thema Auto, hat bei 315 Nutzern zum Thema Hybrid-Fahrzeuge eine aktuelle Umfrage durchgeführt und kam zu den folgenden Ergebnissen:

- 50 Prozent der autoplenum.de-Nutzer glauben, dass Hybridantrieb in absehbarer Zeit die einzige Möglichkeit sein wird, umweltbewusst Auto zu fahren
- 21 Prozent sind der Meinung, dass neue Diesel-Motoren bereits sehr sparsam sind und daher ausreichen
- 18 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich Hybrid-Fahrzeuge auch in Zukunft aufgrund der hohen Anschaffungskosten nicht durchsetzen werden und
- 11 Prozent glauben, dass die mit Erdgas betriebenen Autos eine bessere Alternative sind.

In den USA erfreut sich der Hybridantrieb bereits großer Beliebtheit. Er besteht aus einer Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor, wodurch eine deutliche Reduzierung der Abgase erreicht wird. Der Verbrauch wird gesenkt und die Umwelt somit geschont. Nachteile sind das hohe Gewicht der Hybrid-Fahrzeuge, der beanspruchte Platz für den Zweitmotor sowie der verhältnismäßig hohe Preis.

Aus diesen Gründen konnten sich Automobile mit Hybridantrieb bis dato im Markt noch nicht etablieren, auch wenn das Prinzip faszinierend einfach ist: während man in der Stadt abgasfrei elektrisch fährt, schaltet man bei Überlandfahrten auf den Verbrennungsmotor um.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.autoplenum.de


-apa, ots -

Freitag, 2. Januar 2009

Eisberge der Antarktis lassen Algen blühen

Die schmelzenden Eisberge in der Antarktis bremsen die globale Erwärmung: Sie lassen Algen blühen, die Treibhausgas aus der Luft filtern.

Der Fang war kalt und leblos, kein einziger Fisch zappelte im Netz. Nur ein dumpfes Knarzen gab die Beute von sich, als sie auf dem Deck der HMS "Endurance" aufsetzte.

Die Polarforscher machten sich im südlichen Atlantik mit Vorschlaghämmern an die Arbeit. Sie zertrümmerten den über zehn Meter großen Block aus Eis, bis sie tief genug in sein Inneres vorgedrungen waren. Dort machten sie eine aufregende Entdeckung.

Im Rasterelektronenmikroskop wurden winzige Eisenpartikel sichtbar. "Die Teilchen messen zwar nur den Bruchteil eines Millimeters", sagt Teamleiter Rob Raiswell, "aber für das Weltklima haben sie eine große Bedeutung."

Der Geochemiker der Universität von Leeds war mit dem britischen Marineeisbrecher aufgebrochen, um einer Hypothese nachzugehen, die schon lange unter Polarforschern zirkuliert: Demnach transportieren Eisberge feinste Eisenpartikel in ihrem gefrorenen Leib; und wenn die Kolosse langsam auftauen, entlassen sie diese Fracht in den Südozean.

Dort, so die Vermutung, entfalten die Nanoteilchen eine wundersame Wirkung: Sie lassen die kalten Gestade rund um die Antarktis erblühen. Denn das Meer um den Eispanzer des Südens ist voller Nährstoffe wie Stickstoff. Nur an einem Element mangelt es dem Plankton jedoch zum Wachsen: Eisen. Die einzige nachgewiesene Quelle war bislang der Wind. Er weht das dringend benötigte Eisenoxid und andere Metalloxide aus den staubigen Wüsten der Südkontinente herbei - allerdings nur in sehr geringen Mengen.

"Zum ersten Mal ist es uns nun gelungen, den Spurenstoff in den Eisbergen nachzuweisen", freut sich Raiswell. Dank ihrer Entdeckung sind die Wissenschaftler vor der Antarktischen Halbinsel auf einen mächtigen Mechanismus gestoßen, der sich seit Millionen Jahren unter der Gischt abspielt: Eisberge düngen mit eisenhaltigen Nanopartikeln das südpolare Meer. Die sprießenden Algen wiederum entziehen der Erdatmosphäre per Photosynthese das Treibhausgas Kohlendioxid und sinken schließlich zu einem Teil in die Tiefsee.

"Auf diese Weise verlangsamen sie die Klimaerwärmung", sagt Raiswell. Der Geochemiker hat bereits die Menge an Kohlendioxid grob abgeschätzt, die durch die Eisbergdüngung entsorgt wird: Rund 120.000 Tonnen Eisen schütten die Eisberge derzeit ins Polarmeer und sorgen dafür, dass 2,6 Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre verschwinden.

Eisbrecher HMS "Endurance" in der Antarktis: "Die Erde scheint uns retten zu wollen"

Diese gewaltige Menge entspricht sämtlichen Treibhausgasen, die in Indien und Japan aus Kraftwerksschloten, Hauskaminen und Autoauspuffen quillen. "Die Erde scheint uns selbst retten zu wollen", sagt Raiswell, der das Potential dieses Selbstheilungsprozesses für "signifikant" hält, allerdings "in keiner Weise für ausreichend", um die Erwärmung zu stoppen.

Der Effekt wird sich nach seinen Berechnungen in den kommenden Jahrzehnten noch verstärken. Wegen steigender Temperaturen bricht mehr Eis ab, insbesondere an der Antarktischen Halbinsel, die sich mit einem Plus von 2,5 Grad Celsius in den vergangenen 50 Jahren besonders schnell erwärmt hat. Mit jedem Prozent Eisbergmasse mehr, die abbricht, würden 26 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich beseitigt.

In größerem Tempo als je zuvor wälzen sich die Eismassen aus dem Innern des Kontinents über dessen steinigen Untergrund. Dabei lösen sie aus dem Fels der Eiswüste Oxide wie Schwertmannit, deren Eisen dann die Algen im Ozean noch stärker sprießen lässt.

Doch durch die natürliche Eisendüngung wird nicht einmal annähernd das Potential ausgeschöpft, das der nährstoffreiche, aber eisenarme Südozean als Kohlendioxidsenke bietet. 50 Millionen Quadratkilometer ist das Gebiet groß, das unter Eisenmangel leidet. Würde man die Gesamtfläche künstlich mit einigen Millionen Tonnen Eisenoxid düngen, so könnten pro Jahr dreieinhalb Gigatonnen Kohlendioxid im Ozean entsorgt werden - also ein Achtel des jährlichen Ausstoßes durch die Verbrennung von Öl, Gas und Kohle.

Unter Wissenschaftlern und Ökounternehmern gibt es daher schon seit längerem den Plan, das Meer vor der Antarktis mit Eisensulfat aus großen Tankern zu düngen. Das Vorhaben ist umstritten: Umweltschützer fürchten, das Ökosystem gerate durch ein solches Geo-Engineering aus dem Gleichgewicht. Die amerikanische Ozeanografin Mary Silver prophezeit gar, giftige Algen könnten sich stark vermehren. Die Uno-Konferenz zur Artenvielfalt im Mai 2008 forderte deshalb ein Moratorium für solche Vorhaben, zumindest bis mehr wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.

Die Wissenslücken bei der künstlichen Eisendüngung zu schließen, das ist jetzt das Ziel eines einzigartigen Experiments. Anfang Januar legt der deutsche Forschungseisbrecher "Polarstern" von Kapstadt mit Ziel Antarktis ab. An Bord befinden sich Fahrtleiter Victor Smetacek vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) sowie ein indischdeutsches Team aus 49 Leuten.

Sie wollen eine künstliche Planktonblüte nördlich der Insel Südgeorgien erschaffen, mit einigen Tonnen Eisensulfat. "Es wird die größte bislang erzeugte Blüte sein", sagt Smetacek. So groß, dass sie mit speziellen Satelliten aus dem All beobachtet werden kann und die großen Krillschwärme des Südens anlocken wird.

Endlager in der Tiefsee: Gebiete mit niedriger Eisenkonzentration

Mit hohem messtechnischem Aufwand will der Forscher untersuchen, wie viele Algen tatsächlich in die Tiefen des Ozeans sinken. Dabei zielt er auf eine besondere Sorte von Küstenalgen ab. Deren Sporen sind von einer harten Siliziumdioxid-Schale umgeben. Wenn diese Sporen mitsamt dem Kohlendioxid, das in ihrem organischen Innern eingebaut wurde, absinken, können auch Fischmägen sie kaum zersetzen. "Da ist das Treibhausgas sicher auf einige hundert Jahre aus der Erdatmosphäre raus", erklärt Smetacek.

Der AWI-Forscher schlägt bereits die Einrichtung einer eigenen Behörde bei den Vereinten Nationen vor, die künftige Eisendüngungsprojekte zur Rettung des Klimas überwachen soll. Der Industrie, die sich mit einem Tanker voll Eisensulfat aus ihrer Klimaschuld freikaufen könnte, will Smetacek das Düngen des Südozeans nicht überlassen: "Die Angelegenheit ist zu komplex, als dass sie nicht von Wissenschaftlern begleitet werden müsste."

Den Kritikern, die mitunter von Planetenklempnerei sprechen, hält der Meeresbiologe entgegen: "Ihre Einwände werden weggefegt, wenn unsere Ohnmacht gegenüber dem Klimawandel sichtbar wird."


Von Gerald Traufetter - copyright SPIEGEL ONLINE

Montag, 24. November 2008

Antarktis : Gute Nachricht fuers Weltklima

Wichtige Meeresströmung trotzt dem Klimawandel

Von Christoph Seidler

Gute Nachricht fürs Weltklima: Eine Meeresströmung, die den Ozean vor der Antarktis zu einer riesigen CO2-Senke macht, scheint unempfindlich gegenüber aktuellen Klimaveränderungen zu sein. Das haben Forscher mit einer Flotte schwimmender Roboter herausgefunden.

Mit Macht durchpflügt der antarktische Zirkumpolarstrom den Südlichen Ozean, angetrieben durch beständig wehende Westwinde. Bis hinab in die ewige Finsternis von 4000 Metern Tiefe wird das Wasser konstant bewegt - von der Meeresströmung mit dem größten Massetransport auf dem Planeten. Jede Sekunde treibt sie die unvorstellbare Menge von 140 Millionen Kubikmetern Wasser mit einer Geschwindigkeit von rund vier Kilometern in der Stunde um den Antarktischen Kontinent. Oder anderes ausgedrückt: Hier rotiert in jedem Moment 110- bis 150-mal so viel Wasser, wie in allen Flüssen der Erde fließt - und fünfmal mehr als im Golfstrom.

Für das Weltklima hat der antarktische Zirkumpolarstrom eine wichtige Bedeutung. Er schneidet die Antarktis von wärmeren Meeresströmungen im Norden ab - und hat so auch für die Entstehung der mächtigen Vereisung gesorgt. Der Wasserkreis bestimmt das Wettergeschehen in vielen Regionen der Erde, weil er die Strömungsverhältnisse in allen anderen Weltmeeren nachhaltig beeinflusst. Außerdem sind die kalten Wasser des Arktischen Ozeans ein riesiger CO2-Speicher.

Weil sie so besonders eisig sind, haben sie eine extrem hohe Aufnahmefähigkeit für das Klimagas. Rund 40 Prozent der Gesamtmenge an CO2, die die Weltmeere aufnehmen, verschwinden in seinen eisigen Tiefen. Doch genau diese Rolle, so sagt Meeresforscher Claus Böning vom IFM-Geomar in Kiel SPIEGEL ONLINE, galt bislang als gefährdet: "Es gab die Befürchtung, dass aus einer CO2-Senke im Ozean eine Quelle werden könnte" - zu Unrecht, wie sich nun herausstellt. "Dafür sehen wir keine Hinweise."

52.000 Einzelmessungen von 600 Bojen

Das Szenario der Klimaforscher sah bisher eigentlich so aus: Durch die seit mehreren Jahrzehnten unbestritten stärker werdenden Westwinde in der Region wird das Wasser des Südpolarmeers stärker durchmischt. Dadurch müsste zwar etwas mehr CO2-haltiges Wasser in die Tiefsee gelangen - doch vor allem würden große Mengen CO2-haltiges Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche aufsteigen. Die CO2-Konzentration nähme dann so stark zu, dass sie irgendwann über derjenigen der Luft läge. Ab diesem Moment würde der Ozean Treibhausgase ausstoßen statt aufnehmen.

Doch neue Erkenntnisse lassen diese Befürchtungen nun unbegründet erscheinen. Zusammen mit deutschen und australischen Kollegen hat IFM-Geomar-Forscher Böning die Daten einer riesigen schwimmenden Roboterarmee ausgewertet: Die Rede ist von den 3200 Messbojen des Argo-Projekts. Die in den Weltmeeren frei driftenden Messmaschinen tauchen alle zehn Tage selbständig in bis zu 2000 Meter Tiefe ab. Dabei messen sie unter anderem die Temperatur und den Salzgehalt - und funken die Ergebnisse per Satellit an Wissenschaftler rund um die Welt.

Rund 52.000 Einzelmessungen von insgesamt 600 Bojen, die alleine im Südpolarmeer driften, zogen die Forscher für ihre Untersuchungen heran. Dazu kamen aus dem Archiv des australischen Meeresforschungszentrums in Hobart die Daten von Schiffsmessungen seit den sechziger Jahren. Über die Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature Geoscience". Zunächst einmal, so erklären die Meeresforscher, hätten sie die Ergebnisse des menschgemachten Klimawandels klar nachweisen können: "Wir sehen tiefgreifende Veränderungen bei der Temperatur und beim Salzgehalt in großen Tiefen - wie von den Klimamodellen vorausgesagt", erklärt Böning. "Das Muster entspricht dem Fingerabdruck anthropogener Änderungen." Die Temperaturen steigen, der Salzgehalt sinkt.

Doch zu ihrer Überraschung konnten die Wissenschaftler einen weiteren Effekt nicht beobachten, den die Computerrechnungen der Klimaforscher eigentlich ebenfalls prognostiziert hatten: eine Änderung der Zirkulation, die eine Verschlechterung der CO2-Bilanz zur Folge hätte. Mit den Daten zu Temperatur und Salzgehalt rechneten sie die jeweilige Dichte des Wassers aus. Mit ihrer Hilfe hätte sich eine Abschwächung der Meeresströmungen ermitteln lassen könnten - aber: Fehlanzeige. Der zirkumpolare Strom sei zwar näher an die Antarktis herangerückt, habe sich aber nicht abgeschwächt. "Etwas, das zu einem Alarm geführt hat, muss jetzt korrigiert werden", ist sich Forscher Böning sicher. Die Wassertransporte bleiben auffällig gleich, dem Klimawandel zum Trotz.

Die Forscher glauben dafür auch eine Erklärung zu haben: Die Bedeutung kleinräumiger Wasserwirbel für das ozeanische Förderband könnte bisher unterschätzt worden sein. Diese Wirbel sind das Gegenstück zu Hoch- und Tiefdruckbereichen in der Erdatmosphäre. Im Vergleich zur Größe der Meeresströmungen sind sie mit etwa 50 Kilometern sehr klein - so klein, dass sie von den bisherigen Klimamodellen normalerweise nicht mit erfasst wurden, sagt Böning. Doch das müsse sich ändern, um ein realistischeres Lagebild zu liefern. Für die kommenden Berichte des Weltklimarats seien solche Modellrechnungen auch bereits in Vorbereitung. Sie könnten klären helfen, ob die kleinen Wirbel tatsächlich, wie von den Forschern vermutet, für die überraschende Stabilität des antarktischen Zirkumpolarstrom verantwortlich sind.

Bis die Ergebnisse vorliegen, ist die aktuelle Studie vor allem eines: eine kleine gute Nachricht. Weil der Ozean vor dem Antarktis seine Rolle als gigantischer CO2-Speicher auf absehbare Zeit weiterspielen dürfte - zum Wohl der ohnehin schon genug gebeutelten Erdatmosphäre.


- copyright spiegel-online.de 24.11.2008

Mittwoch, 5. März 2008

1.500 Waldaktien weg: In Meck-Pomm wachsen die Klimawälder

- Zwei neue Wälder angelegt
- Jetzt für Pflanzung am 25.04.2008 auf Usedom anmelden

Das Natururlaubsland Mecklenburg-Vorpommern wird zum Land der Klimawälder. Mit dem Start der Aktion Waldaktie Ende 2007 wurden zunächst vier Flächen auf den Inseln Rügen und Usedom sowie in der Mecklenburgischen Seenplatte ausgesucht, die mit Hilfe umweltfreundlicher Urlauber aufgeforstet werden. Inzwischen sind 1.500 Waldaktien verkauft, der erste Wald bei Neustrelitz ist komplett bepflanzt und auch die anderen drei Klimawälder füllen sich zusehends.

Noch im März 2008 werden daher zwei weitere Flächen als Klimawälder ausgewiesen, die mit Hilfe der Waldaktionäre im eher waldarmen Flächenland Mecklenburg-Vorpommern bepflanzt werden können:

Entlang des Weges zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl auf Rügen wird auf einer rund zwei Hektar großen Wiese ein naturnaher Buchenwald gegründet, der sich harmonisch in die fast unberührten Wälder des Nationalparks Jasmund einfügt.

Und unmittelbar vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst wird bei Velgast auf einer Fläche von 1,1 Hektar ein Mischwald aus Vogelkirsche und seltenen sowie besonders anspruchsvollen Edellaubbaumarten aufgeforstet.

Zu finden sind alle sechs Klimawälder auch auf dem neuen Faltblatt "Werden Sie Waldaktionär - Lassen Sie Klimawälder wachsen". Dort sind genauso wie im Internet auch die kommenden Pflanztermine notiert, bei denen Urlauber und Einheimische selbst Hand anlegen und die von ihnen bezahlten Bäume in die Erde bringen können (Anmeldung an:
info@auf-nach-mv.de). Am Tag des Baumes - am 25. April 2008 - wird auf Usedom in der Nähe von Koserow gepflanzt.

Für den Kaufpreis einer Waldaktie in Höhe von zehn Euro können auf einer Fläche von zehn Quadratmetern Bäume gepflanzt und gepflegt werden, die die im Urlaub von einer vierköpfigen Familie verursachten Kohlendioxid-Emissionen ausgleichen.

"Und das Schöne daran ist, dass Urlauber Klimawälder selbst in Augenschein nehmen oder sich ihrer Fläche im Internet unter www.waldaktie.de ansehen können", so Mathias Löttge, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Zu den prominenten Waldaktionären gehört "Tatort"-Kommissar Axel Prahl. Der Schauspieler hat 50 Waldaktien erworben und ist begeistert von der Idee: "Das passt zu diesem Land wie der Strand und die Natur."

-dpa -

Dienstag, 4. März 2008

Spitzenergebnisse für OSRAM Energiesparlampen bei Stiftung Warentest März 2008

Als Erfinder der weltweit ersten Energiesparlampe mit integriertem elektronischem Vorschaltgerät im Jahr 1985, setzt OSRAM auch heute bei Energiesparlampen Qualitätsstandards.

80 Prozent der getesteten OSRAM Energiesparlampen wurden bei der neuesten Untersuchung der Stiftung Warentest mit "gut" bewertet - ein Ergebnis, das kein anderer Hersteller in diesem Test erzielt hat. Zudem brennen alle OSRAM Energiesparlampen im noch andauernden Lebensdauertest weiter.

Schon der Austausch einer einzigen Glühlampe durch eine OSRAM Energiesparlampe spart bares Geld und hilft, die Umwelt zu entlasten. Tauscht man beispielsweise eine 100 Watt Glühlampe durch eine 21 Watt OSRAM Dulux Superstar Globe aus, liegt die Ersparnis über die gesamte Lebensdauer bei über 130 Euro und knapp 400 kg CO2.

Die neuesten Ergebnisse der Untersuchungen von "Stiftung Warentest"(test 3/2008) zeigen es deutlich. Der Kauf von OSRAM Markenprodukten zahlt sich aus - durch die langen Lebensdauern wird der scheinbare Vorteil von billigeren Energiesparlampen wett gemacht.

Und auch das Vorurteil, Energiesparlampen machten kaltes Licht, widerlegt Stiftung Warentest nun endgültig. Alle OSRAM Lampen erzeugten im Test warm-weißes Licht und sind somit bestens geeignet, Glühlampen zu ersetzen und eine gemütliche Atmosphäre im Wohnbereich zu schaffen.

Testsieger in der Rubrik "Großer E27 Sockel, 20 und 21 Watt" wurde die OSRAM Dulux Superstar Globe, die zusätzlich noch sehr gute Ergebnisse bei der Einschaltdauer erzielte. Auch bei den dimmbaren Energiesparlampen konnte OSRAM mit der OSRAM Dulux EL Dimmable und dem Testergebnis "gut" den ersten Platz für sich behaupten.

Bei Lampen, die zu der relativ kurzen Einschaltdauer auch häufiges Schalten gut verkraften müssen, wie beispielsweise im Treppenhaus oder Bad, lautet erneut eine der Empfehlungen von Stiftung Warentest: OSRAM Dulux Superstar Globe 21 W.

Nicht nur bei der Produktbewertung glänzte OSRAM beim Test, auch im darüber hinaus untersuchten Bereich "Umwelt und Gesundheit" schnitten alle OSRAM Lampen mit einem sehr gut bis gut ab. Dies betrifft Themen wie den Energieverbrauch und Quecksilberemissionen bezogen auf eine vergleichbar helle Glühlampe.

"Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung unserer Lampen durch die Stiftung Warentest. Dies belegt erneut die hervorragende Qualität unserer Produkte, für die der Name OSRAM seit nunmehr 100 Jahren steht", sagt Dr. Kurt Gerl, Geschäftsführer Vertrieb bei OSRAM. "OSRAM steht nicht nur für höchste Standards bei Lichtqualität und Lebensdauer - wir bieten zum Beispiel als einer der wenigen Hersteller Energiesparlampen mit einer Lebensdauer von 15 Jahren.

Auch was die Produktion betrifft, setzen wir auf besonders umweltschonende Verfahren und auf CO2-Einsparungen durch kurze Transportwege - wir produzieren Energiesparlampen für den europäischen Markt schwerpunktmäßig in Europa. OSRAM verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz - damit die Produkte "rundum" umweltschonend sind."

Weitere Neuheiten rund um das Thema Energiesparen stellt OSRAM auf der Light & Building vom 6. - 11. April 2008 in Frankfurt a. Main vor.

-dpa auch Logo -